Mittelschule Vöhringen

Schilderung zum Projekt „Gebundene Ganztagesklasse in der Übergangsklasse der Uli-Wieland-Mittelschule“


Die Übergangsklasse wurde im Schuljahr 2014/2015 zum ersten Mal als gebundene Ganztagesklasse geführt. Sie setzte sich zu Beginn der Maßnahme zusammen aus 16 Schülerinnen und Schülern, bis Weihnachten waren es schon 20 Schülerinnen und Schüler mit der Aussicht auf weiter steigende Zahlen. Bis zum Schuljahresende wurden insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler in diese Übergangsklasse aufgenommen, von denen ein Schüler durch Umzug in eine andere Pflegefamilie die Klasse schon nach wenigen Tagen wieder verließ. Es kamen elf Teilnehmer aus Vöhringen, vier aus Senden, zwei aus Weißenhorn, drei aus Altenstadt, neun aus Illertissen und einer aus Buch. Die Schüler kamen aus insgesamt 15 verschiedenen Nationen: Bulgarien, Griechenland, Türkei, Brasilien, Polen, Rumänien, Russland, Thailand, Afghanistan, Kuba, Chile, Spanien, Syrien, Bosnien-Herzegowina und Italien. Alle Schüler hatten Migrationshintergrund, kamen neu nach Deutschland
und hatten nur rudimentäre oder gar keine Deutschkenntnisse.

Im Stundenplan gab es die Möglichkeit in fünf Deutsch-als-Zweitsprache-Stunden, die Klasse zu teilen und eine Differenzierung nach dem Leistungsstand der Schüler anzubieten. In den anderen DaZ-Stunden wurde eine innere Differenzierung angeboten, mit zum Teil bis zu fünf verschiedenen Leistungsgruppen. In Mathematik wurde ebenfalls sehr viel innendifferenziert gearbeitet. Neue Schüler konnten mit Hilfe der zusätzlichen Kräfte und der Schulsozialarbeiterinnen schnell in die Klasse integriert werden. Die Stundentafel für Übergangsklassen wurde bei der Ganztagsbeschulung ergänzt mit zwei Englisch-AGs á 2 UE für Anfänger und für fortgeschrittenen Lerner. Außerdem gab es eine Arbeitsgemeinschaft „Freizeitgestaltung“, welche von einem außerschulischen Träger durchgeführt wurde.

In der AG „Freizeitgestaltung“ besuchte die Klasse den Sportpark, den Kegelverein, das Jugendhaus, die Stadtbücherei, u.a.

Zur Integration in die Gesellschaft und zur Stärkung der Klassengemeinschaft wurden verschiedene Aktionen durchgeführt, u.a. in Zusammenarbeit von Klassenleitung und der Schulsozialarbeit (siehe deren Bericht). Einzelne Schüler nahmen am Schülerbetriebspraktikum teil und konnten so Einblicke in die Arbeitswelt gewinnen. Der Fortschritt der leistungsstärkeren Schüler spornte die Schwächeren an.

Die Schüler waren durchweg gut motiviert die deutsche Sprache möglichst schnell zu lernen und konnten größtenteils sehr gute persönliche Erfolge verzeichnen. Beachtenswert war die hohe Sozialkompetenz und Hilfsbereitschaft der Schüler untereinander. Gern wurde leistungsschwächeren Schülern etwas gezeigt, erklärt, übersetzt oder ihnen einfach beim Lernen geholfen. So unterschiedlich wie die Herkunft der Schüler war, so unterschiedlich war auch ihr zu bewältigendes Lernpensum. So gab es auch in dieser Übergangsklasse Schüler, die einen höheren Förderbedarf hatten und auch eine inklusiv beschulte Teilnehmerin.

Schon vor Weihnachten verließ ein Schüler die Klasse und wechselte in die Realschule; er konnte dort zu Ende des Schuljahres in die nächste Jahrgangsstufe vorrücken. Mit dem Halbjahreszeugnis und kurz danach ver­ließen weitere sechs Schülerinnen und Schüler die Übergangsklasse in die Regelklassen ihrer Stammschulen. Zum Ende vom Schuljahres wechselt ein Teilnehmer in die M-Klasse seiner Stammschule, drei Teilnehmer wechseln in die Regelklassen ihrer Stammschulen, zwei Teilnehmer wechseln in die P-Klasse, ein Teilnehmer wechselt ins Berufsgrundschuljahr (Holz), zwei Teilnehmer wechseln ins Berufsintegrationsjahr (Metall), ein Teilnehmer in eine JOA-Klasse der Berufsschule, ein Teilnehmer geht ohne Berufsausbildung arbeiten und ein Teilnehmer wechselt an die FOS in die Vorklasse. Das be­deutet, dass von den Schülerinnen und Schülern, die zu Beginn des Schuljahres mit der Übergangsklasse begannen, nur zwei Schülerinnen auch im nächsten Schuljahr noch eine weitere Förderung durch die Übergangsklasse benötigen. Von den Schülern und Schülerinnen, die erst im Verlauf des Schuljahres dazukamen, konnten ebenfalls schon viele die Klasse wieder verlassen.

Die Übergangsklasse im gebundenen Ganztagsbetrieb der Uli-Wieland Mittelschule Vöhringen wird im nächsten Jahr mit nahezu gleichem Konzept fortgeführt. Die Erfolge der Schülerinnen und Schüler, ihr Lern- und Inte­grationswille, die Erfolge durch das verlängerte deutsche Sprachbad am Nachmittag und die guten Differenzierungsmöglichkeiten durch die zusätzlichen Unterrichtsstunden von Lehrkräften und zusätzlichem außerschulischem Personal geben den Schülern einen Mehrwert und einen guten Start in die deutsche Zukunft. 

Petra Donth, Klassenleiterin


Die Übergangsklasse wird unterstützt durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Weitere Informationen zum ESF finden Sie im Internet unter der Adresse

http://www.esf.de/portal/DE/Startseite/inhalt.html

http://www.arbeitsministerium.bayern.de//esf/index.php

Powered By Website Baker